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Die Schwarzwildfarbigkeit

Wie sind die Fellfarben unserer Rassekaninchen entstanden?

Die schwarzwildfarbigen Besonderheiten

Das Wildkaninchen hat sich im Laufe seiner Entwicklung zum Hausund Hobbytier nicht allein in seinem äußeren Erscheinungsbild verändert. Auch organische Veränderungen und das Ablegen gewisser Gewohnheiten als Wirkungsweisen der Umwelt unterscheiden das Haustier vom Wildtier. Uns interessieren hier besonders die Farben des Haarkleides der Rassekaninchen, die inzwischen in einer riesigen Farbpalette anzutreffen sind. Eine Eigenschaft in der grundlegenden Fellfarbengenetik blieb jedoch erhalten und trotz aller Züchtungsexperimente dominant: die Wildfarbigkeit.
Selten sind bestimmte, das Erscheinungsbild eines Organismus bildende (phänotypische) Merkmale durch nur ein Gen bedingt, also monogen, im Erbgut vorhanden. Bei Farbentwicklungen wird demnach auch gern von komplementärer (sich gegenseitig ergänzender) Polygenie (die Erscheinung, dass an der Ausbildung eines Merkmals, eines Phänotyps mehrere Gene beteiligt sind) gesprochen. Jener gesprenkelt erscheinende Eindruck bei der Wildfarbigkeit beruht darauf, dass jedes einzelne Haar ein typisches Ringelmuster (eine Bänderung) hat. Dabei ist die Haarspitze schwarz, dann folgt eine gelbe oder rötliche Querbinde, dann wieder ein schwarzer Ring. Daran kann sich ein dunkler Haargrund anschließen oder die rote und schwarze Bänderung kann sich noch mehrfach wiederholen. Vereinfacht gesagt beruht also die Wildfarbigkeit auf dem Zusammenwirken zahlreicher Gene, von denen jeweils einzelne bei bestimmten (meist genetisch eher vereinheitlichten) Zuchtlinien fehlen.
Dieser Schwarzwildfarbigkeit unterliegen die sprichwörtlichen Farben  Hasen-, Wild- und Dunkelgrau. Hasengrau ist die hellste der grauen Farbarten.
Die Decke ist leicht dunkel schattiert. Die Zwischenfarbe ist fuchsig rotbraun, breit und von der bläulichen Unterfarbe scharf abgegrenzt. Der Nackenkeil und die Schoßflecken sind intensiv bräunlich rot, die Blumenoberseite ist gesprenkelt. Die Ohren sind im oberen Teil schwarz gesäumt.
Wildgrau zeichnet die Deckfarbe insgesamt dunkler, als es bei Hasengrau der Fall ist.
Die Decke der Kaninchenbehaarung ist im Vergleich zum hasengrauen Farbenschlag durch ein stärkeres Vorhandensein schwarzer Grannenhaare dunkler schattiert, die Zwischenfarbe ist als intensiv braunrot zu beschreiben und nicht mehr so breit angelegt. Und weil dieser Farbtyp der grauen Serie allgemein dunkler ist, wirkt sich dies auch auf den schwarzen Ohrensaum aus. Dieser ist breiter gesäumt als bei hasengrauen Tieren. Ferner sind der Nackenkeil und die Schoßflecken bei wildgrauen Kaninchen intensiver braunrot gefärbt.
Dunkelgrau: Die Deckfarbe ist am gesamten Körper des jeweiligen Tieres durch einen sehr hohen Einfluss schwarzer Pigmentierung gleichmäßig schattiert. Die Zwischenfarbe und der Nackenkeil sind nicht so intensiv wie bei den vorgenannten Schattierungsarten der Schwarzwildfarbigkeit im rotbraunen Ton auftretend. Der Ohrsaum scheint zu entfallen, und die sonst weißen Wildfarbigkeitsmerkmale gleichen sich im etwas helleren Ton dem der Decke an.