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3 x Grau ?

Schwierigkeiten beim Unterscheiden der (grauen) Nuancen

Dreimal Schwarzwildfarbigkeit und doch nur „grau“?
Umgangssprachlich werden diese schwarzwildfarbigen Rassen in den Farbbegriff „grau“ eingeordnet. Das ist nicht richtig. Der allgemeine Sprachschatz „grau“ mag aus der Tatsache resultieren, dass die Farbvarianten einmal in die oben genannten Graukategorien eingestuft wurden. Aus der Gewohnheit hat sich die falsche Begriffsfindung nun so sehr gefestigt, so dass eine Änderung kaum noch vorzunehmen wäre. Allein bei der Betrachtung der Vertreter der drei Farbenschläge fällt auf, dass gelbe, rötliche und schwarze Haartönungen ein Grau niemals rechtfertigen. Hinzu kommt der Umstand, durch viel Unkenntnis oder auch gewollt kam es im Laufe der Jahrzehnte zu Vermischungen von Erbanlagen der unterschiedlichen Nuancen im Bereich der SchwarzwildfarbigkeiIch plädiere dafür, diesen Rassen den Namen ihrer schwarzwildfarbigen Abstammung zu geben und zur klaren Definition des Farbenschlages den Zusatz des jeweiligen Schattierungsgrades zu wählen, zum Beispiel: hell schattiert für Hasengrau, mittel schattiert für Wildgrau und dunkel schattiert für Dunkelgrau.
Beispielsweise hat der eine oder andere Züchter solcher Kaninchenrassen, die erbbiologisch der Schwarzwildfarbigkeit unterliegen, bestimmt schon einmal die Erfahrung gemacht, dass in einem Wurf so genannter „grauer“ Elterntiere Tierchen mit unterschiedlich schwarzwildfarbigem und mehr oder weniger schattiertem Haarkleid heranwuchsen. Und das ist so, weil bereits in den Zuchten beispielsweise hasengraue und wildgraue Tiere miteinander verpaart wurden, die dann im schlimmsten Fall auch noch dunkelgraue Ahnen hatten.
Ein krasses Beispiel, aber es ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Eine Verpaarung von Tieren aus unterschiedlichen „Grau“-Varianten erschwert nicht nur die Auswahl von Sammlungen für Ausstellungen oder von Zuchtpaaren, sondern verlangt dabei dem Züchter viel Fingerspitzengefühl ab, um die Reinerbigkeit innerhalb jeder grauen Farbart zu erreichen.
Zugegeben, es ist nicht leicht den jeweiligen Farbenschlag sicher einzuordnen, wenn man nur Einzeltiere zur Auswahl hat. Eine Farbmischung der drei verwandten Farbvarianten rächt sich schnell, denn hier können die Ursachen für das Verwischen der Farbgebung im Hinblick auf die Zonierungen der Unter-, Zwischen- und Deckfarben gebildet werden, was dann zur Folge hat, dass:
-abweichende breite Zwischenfarben mit unscharfen Abgrenzungen und
-große Variationen in den Deckfarben entstehen oder
-die unterschiedlichsten Tönungen im Bereich der Zwischenfarbe auftreten.
-Aufgehellte Unterfarbe und fleckige Deckfarben werden manifest.
– Die Körperseiten (Flanken) hellen auf oder
– es bilden sich Binden an den Vorderläufen.
Solche Vorkommnisse sind bereits die ersten Momente, da sich ein Züchter nach dem Warum fragt. Ja, verehrter Zuchtfreund, das sind bereits vererbungsabhängige Ergebnisse einer Mischung von Erbanlagen.